Musikalisch fit, auch nach dem „Eidgenössischen“
Unterhaltung mit der Musikgesellschaft Scherzingen in Bottighofen
Anspruchsvolle, aber auch unterhaltende Blasmusik umfasste das Programm, das die Musikgesellschaft Scherzingen am Wochenende bot. Der Auftritt zeigte, dass der Verein auch nach dem Erfolg am Eidgenössischen Musikfest in St.Gallen musikalisch auf der Höhe ist.
ERWIN SCHÖNENBERGER
Zum ersten Mal führte die Musikgesellschaft Scherzingen ihre Unterhaltungskonzerte im Dorfzentrum Bottighofen durch. Dieser Entscheid hatte den Vorteil, dass der stattliche Verein auf der Bühne genügend Platz hatte und die Besucher dank der guten Akustik den vollen musikalischen Genuss erleben konnten.

Anspruchsvolles wurde zum Genuss
Nach dem Auftakt mit der jungen und starken Trommler- und Schlagzeugergruppe und dem Korps der Jungmusikanten spielte das Korps der Musikgesellschaft Scherzingen unter der Leitung von Roland Betschen im ersten Konzertteil durchwegs anspruchsvolle Blasmusikwerke. Darunter war auch das Aufgabestück „Quingenti“, mit dem der Verein die Jury in St.Gallen überzeugen konnte. Aber man durfte musikalisch auch Gullivers Abenteuer in den verschiedenen Ländern miterleben. Die schönen Melodien und die feine dynamische Gestaltung machten das Zuhören zum Genuss. Abenteuerliches auch bei der musikalischen Umsetzung des Schicksals des Mustangs „Spirit“ aus dem Zeichentrickfilm „Spirit- Stallion of the Cimarron“. Gegensätzliches vor allem im rhythmischen Bereich wurden dann in den musikalischen Impressionen von Sven van Calster zum Dreiländereck Basel hörbar. Hektik einerseits, Besinnliches andererseits, beides wurde vom Korps gefühlvoll umgesetzt.
„Junge Tenöre“ auch bei Bläsern
Der zweite Konzertteil war geprägt von unterhaltenden Melodien in sehr guten Arrangements. Einen ersten Akzent setzte das Perkussionsregister, das in perfektem Zusammenspiel mit dem Orchester das Stück „Drumsticks“ interpretierte. Effektvoll mit vielen sauber gespielten Stakkato-Tönen wurde das Publikum in „Glee Showstoppers“ mitgerissen, wobei auch die gepflegten, feinen Melodien begeisterten. Nach den südamerikanischen Rhythmen und Klängen von „Sway“ begeisterte das Tenorhornduo als „junge Tenöre“ das Publikum dermassen, dass eine Wiederholung fällig wurde. Nur allzu schnell war man mit der schönen Stevie Wonder-Melodie „I Just Called To Say I Love You“ am offiziellen Ende des Konzerts angelangt. Eine kleine Ehrung gab es für den Dirigenten Roland Betschen, der die Musikgesellschaft Scherzingen bereits seit 20 Jahren dirigiert und von Erfolg zu Erfolg führt. Und was wäre ein Unterhaltungskonzert ohne einen oder zwei Märsche als Zugabe? Mit „Castaldo“ und dem „Fliegermarsch“ erklangen gleich zwei der schönsten Märsche zum Abschluss des in allen Teilen gelungenen Konzerts.
